7 Gründe weshalb Börsen-Anfänger häufig Geld verlieren

7 Gründe weshalb Börsen-Anfänger häufig Geld verlieren

Der Einstieg in die Welt Aktien ist aufregend und mit einigen Herausforderungen verbunden, die einem zu Beginn teilweise noch nicht einmal bewusst sind. Jeder der schon länger dabei ist, wird sich mit Schamesröte im Gesicht deutlich an die eigenen Anfängerfehler an der Börse erinnern.

In diesem Artikel geht es darum dir die gröbsten Anfängerfehler beim Aktienkauf zu ersparen. Besonders am Anfang schmerzt es sehr direkt Geld an der Börse zu verlieren. Nicht wenige geben daraufhin resigniert auf. Ein reales Worst-Case Szenario. Wenn du die folgenden Fehler vermeidest, hast den meisten Anfängern an der Börse einiges voraus.


1. Torschlusspanik beim ersten Aktienkauf

Du beschäftigst dich schon länger mit dem vorhaben an der Börse aktiv zu werden und die Kurse einiger Aktien, die du dir vor einem Monat angesehen hast stehen nun deutlich höher. Da liegt der Gedanke: Verdammt ich hab den Kursanstieg verpasst. Hätte ich doch damals nur gekauft, dann wäre ich jetzt X-Prozent im Plus. Bei der nächsten Aktie zögere ich nicht so lange! recht nahe.
Leider führt dieses Erlebnis bei vielen Aktien Anfängern zu einer Art Torschlusspanik. Jede zukünftige Aktie macht plötzlich den Anschein, dass sie demnächst zum Spurt durch die Decke ansetzt. Das willst du dir natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen und kaufst ohne weiter zu zögern.

So oder so ähnlich beginnen leider oft Verluste am Aktienmarkt.

Die Lehre die ich persönlich daraus gezogen habe, ist eigentlich ganz einfach. Mein letzter gedanklicher Checkpoint vor einem Aktienkauf ist immer: Kaufe ich überhastet und aus Panik oder treffe ich hier eine rationale gut begründete Entscheidung, weil ich von den Qualitäten des Unternehmens überzeugt bin?

Zugegeben… Besonders in dem Moment selbst tarnt sich Torschlusspanik meist hinter scheinbar rationalen Gründen. Ein guter Indikator für eine rationale Entscheidung zu Aktienkauf ist deshalb immer: Wäre es ein Problem den Aktienkauf um einen Monat zu verschieben? Wenn ja ist das zumindest ein hinreichendes Kriterium für die Anwesenheit einer gewissen Torschlusspanik.


2. Fehlendes Wissen über Aktien

Wenn man etwas zum ersten Mal macht, ist man naturgemäß kein Experte auf dem Themengebiet. Trotzdem schadet ein gewisses Maß an Grundwissen nicht.
Das hast du bereits?
Dann mach doch mal den Test und erkläre einem Freund, Kommilitonen, dem Partner oder der Partnerin mal was eine Aktie eigentlich ist, was man unter dem Begriff Dividende versteht und wie ein Aktienkurs eigentlich zustande kommt.

Wenn du die Begriffe und Gegebenheiten mit denen du an der Börse zutun hast einem anderen vollkommen planlosen Menschen erklären kannst, ist das in der Regel ein gutes Zeichen für das eigene Verständnis.

Wenn du beim Erklären Börsenwissen hast, lohnt es sich auf jeden Fall nochmal ans Reißbrett zurückzukehren.

Ich persönlich bin dabei kein allzu großer Fan des Internets. Das Problem ist nicht die Qualität von Internetquellen. Die ist -meistens zumindest- gar nicht schlecht.

Das Problem ist vielmehr, dass auf verschiedenen Webseiten auf sehr unterschiedliche Nomenklatur zurückgegriffen wird. Wenn häufig unterschiedliche Synonyme für ein und den selben Begriff genutzt werden, kann das vor allem am Anfang sehr verwirrend sein wertvolle Zeit kosten.

Aus diesem Grund bin ich ein Verfechter von Büchern zum Lernen von Aktien-Wissen. Häufig finden sich Ratgeber zu dem Thema auch in der örtlichen Stadtbibliothek.

Bekannte und beliebte Beispiele sind Beispielsweise die Ratgeber von Judith Engst wie „Börse für Dummies“ und „Erfolgreiche Geldanlage für Dummies“. Der Vorteil bei dieser Reihe von Ratgebern ist, dass sie alle von der gleichen Autorin stammen und man sich nur einmal auf diese einstellen muss. Das spart Zeit und Mühe.


3. Kredite für Börseninvestitionen

Man liest viel davon, dass Börsen Profis mit Hebeln arbeiten oder Immobilien-Investoren ihre Investitionen mit Geld von der Bank „hebeln“.

Im Wesentlichen bedeutet das, dass man mit Aktien so viel Gewinn realisieren muss, dass man sowohl im Stande ist die fälligen Kreditraten, als auch die Kreditzinsen zu begleichen. Das ist selbst für viele Vollprofis ein utopisches Vorhaben. Für einen Anfänger ist es meines Erachtens blanker Wahnsinn.

Meine Grundregel in Sachen Geld, dass in Aktien investiert wird lautet: Niemals Kredite und niemals Geld, dass ich in den nächsten 15 Jahren brauchen werde. Und bist jetzt bin ich damit ganz gut gefahren.


4. fehlende Diversifikation

Diversifikation ist ein Mantra, das von den meisten langfristig orientierten Investoren gebetsmühlenartig wiederholt wird. Und das hat seine Gründe…

Schon die Großeltern wussten, dass es keine gute Idee ist alle Eier in den selben Korb zu legen.

Mit Aktien verhält es sich ganz ähnlich. Eine Aktie ist ein Teil eines Unternehmens, dass in einer bestimmten Sparte, auf einer bestimmten Ebene der Produktion, auf bestimmten Märkten agiert und verankert ist. Ganz unabhängig davon wie gut ein Unternehmen seinen Job macht kann es durchaus passieren, dass das Umfeld des Unternehmens in eine Krise gerät und das Unternehmen mit sich reist. Und dann kann auch die Aktie eines ansonsten sehr soliden Unternehmens zur Talfahrt in die roten Zahlen ansetzen.

Ärgerlich für den Privatanleger wird es in der Regel nur, wenn er all sein Vermögen, oder analog dazu alle Eier, in Aktien dieses Unternehmens, in einen Korb, investiert hat.

Es gilt als die Auswahl der eigenen Aktien nach vielen Kriterien möglichst breit zu streuen. Zu den Kriterien zählen Attribute wie Branchen, Weltregionen, Unternehmensgrößen, Märkte und vieles mehr.

Diversifikation hilft die Sicherheit im eigenen Depot deutlich zu erhöhen.

Aber was ist wenn ich nicht genug Kapital für eine breite Diversifikation zur Verfügung habe?

Um diesem Problem zu begegnen gibt es für private Kleinanleger vorallem zwei sehr effektive Werkzeuge. Das erste sind sogenannte ETFs (Exchange-traded funds) und Aktiensparpläne, die schon mit geringem Kapital eine breite Diversifikation ermöglichen, ohne, dass man von den Order-Nebenkosten aufgefressen wird.
Zu beiden Themen haben gibt es eigene ausführliche Artikel auf buynhold.de.



5. „Aber mein Bankberater, Nachbar, Blogger (…) hat doch so viel Gutes über die Aktie erzählt“

Ein klassischer Fehler, den viele Anleger begehen ist, sich blind darauf zu verlassen, was andere über bestimmte Aktien erzählen, und danach das eigene Depot aufzubauen.

Niemand von all diesen Menschen hat eine Kristallkugel mit der er voraussehen kann, welche Aktien sich wie entwickeln werden. Menschen die behaupten sie könnten das sind schlicht unseriös.

Deshalb auch hier nochmal der Hinweis: Auf buynhold.de werden niemals bestimmte Aktien empfohlen. Alles was ich hier tue ist zu erklären welche Aktien ich aus welchem Grund interessant finde. Damit kann ich aber natürlich auch vollkommen daneben liegen!

Beim Aktien kaufen gilt wie so oft das Prinzip des methodischen Zweifels. Erst wann man sich selbst über eine Tatsache versichert hat sollte man auf dem Aktienmarkt handeln.


6. Zu kurzer Anlagehorizont

Die allermeisten Anfänger machen den Fehler, dass sie für ihr erstes Investment an der Börse einen zu kurzen Anlagehorizont einplanen. Jeder hat schließlich das Bild aus beliebten Hollywood Filmen im Kopf, das suggeriert, man könne nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten mit Aktien reich werden. Und zwar von Cent-Beträgen zu mehreren Millionen.

Die Wahrheit sieht in der Regel anders aus. Je nach Anlagestrategie und Kenntnis der Marktlage ist es durchaus möglich ein gutes Ergebnis an der Börse zu erzielen, aber das braucht Zeit und langfristige Investitionen.

Es passieren zwar immer wieder Dinge wie der Kurssprung von Disney vor einigen Wochen, aber reich wird man von so etwas in der Regel noch lange nicht.

Deshalb hier nochmal der Hinweis: Ich persönlich investiere nur Geld in Aktien auf das ich nicht angewiesen bin. So gerate ich niemals in die Verlegenheit bei schlechten Kursen verkaufen zu müssen, weil ich dringend Geld für anfallende Nebenkosten im Alltag benötige.

An diesem Punkt möchte ich an zwei von Warren Buffets Grundregeln für Erfolg an der Börse erinnern:

  1. Never lose money
  2. Never lose money

7. Order-Nebenkosten nicht mit einbeziehen

Das Kaufen von Aktien an einem Handelsplatz -egal ob börslich oder außerbörslich- ist mit Kosten verbunden. Diese Kosten variieren stark von Broker zu Broker und von Handelsplatz zu Handelsplatz.

Das Problem mit den sogenannten Order-Nebenkosten ist, dass sie vorallem beim Kauf von kleineren Aktien-Positionen deutlich ins Gewicht fallen.

Will man also keinen allzu hohen Anteil an Nebenkosten ausgeben, ist man gezwungen in weniger und dafür größere Positionen zu investieren.

Das beißt sich allerdings leider mit dem Ziel eines möglichst diversifizierten Depots.

Um dieses Problem zu umgehen bieten sich einige Möglichkeiten und Werkzeuge. Eines davon ist der sogenannte Aktien-Sparplan. Bei einigen Brokern lassen sich mit diesem auch Bruchteile von Aktien erwerben und die anfallenden Nebenkosten stehen meist in Verbindung mit der Höhe des investierten Kapitals. Wenn man also eine geringe Summe investiert, zahlt man auch weniger als wenn man eine hohe Summe investiert.

Aktien-Sparpläne lassen Anfänger schon mit 25€ im Monat in Aktien investieren. Man sollte bei der Wahl des Brokers allerdings genau darauf achten, ob die gewünschten Aktien auch als Sparplan-fähige Aktien angeboten werden.


Das waren die meiner Meinung nach 7 größten Fehler von Börsen-Anfängern. Wie waren deine ersten Erfahrungen und welche Fehler hast du am Anfang gemacht? Schreib einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen