Einzelkauf vs. Aktiensparplan

Einzelkauf vs. Aktiensparplan

Besonders wer am beginn seiner Anlegerlaufbahn steht, ist häufig verwirrt von der Vielzahl Unterschiedlicher Möglichkeiten Geld in Aktien zu investieren. Neben klassischen Einmalkäufen einzelner Aktien gibt es schon lange auch die Möglichkeiten in Fonds, ETFs und vieles mehr zu investieren.

Eine relativ neue Entwicklung sind die sogenannten Aktiensparpläne. Damit kann man bereits mit einer monatlichen Sparrate von nur 25€ in einzelne Aktien oder ETFs investieren. Es stellt sich also die Frage: Sollte man auf solche Aktiensparpläne setzen oder ganz klassische Einzelkäufe von Aktien und ETFs tätigen.


Orderkosten – Wann lohnt sich der Akteinsparplan?

Die Vorteile von Aktiensparplänen werden oft nicht in ihrer ganzen Tragweite wahrgenommen. Der offensichtlichste Vorteil ist, dass man sich bereits mit einem sehr geringem Kapitaleinsatz am Aktienmarkt beteiligen kann.

Wenn man also zu wenig Kapital hat um eine einzelne Aktien zu kaufen, bieten viele Broker die Möglichkeit auch Bruchteile von Aktien zu erwerben. In diesem Fall stellt sich also eigentlich gar nicht die Frage nach der richtigen Wahl, weil man keine Wahl hat.

Nun könnte man aber natürlich so lange sparen, bis man sich eine einzelne Aktie leisten kann und sie dann kaufen. Jetzt wird es interessant, denn da alle Aktien unterschiedliche Kurse haben, lässt sich keine pauschale Aussage darüber treffen ob es Sinn macht, einen Aktiensparplan anzulegen oder eine einzelne Aktie zu kaufen.

Um das genauer zu betrachten, muss man sich ansehen, welche kosten für den Kauf via Aktiensparplan oder Einzelkauf anfallen. Hier fällt vorallem ein eklatanter Unterschied auf.
Während bei einem Aktieneinzelkauf der Großteil der Orderkosten auf fixe Beträge entfällt, belaufen sich die Orderkosten eines Aktiensparplans in der Regel immer auf einen gewissen Prozentsatz der investierten Summe.

Ein vereinfachtes Beispiel macht den Sachverhalt deutlich. Tuen wir einfach mal so, als würde man pro Ausführung eines Aktiensparplans 1,5% der Ausführungssumme bezahlen. Das würde bei einer Ausführung in Höhe von 100 Euro Kosten von 1,50€ bedeuten.
Zur Vereinfachung nehmen wir an, dass die Kosten für einen Einzelkauf sich immer fix auf 15 Euro belaufen. In diesem Fall würden also auch bei einem Kauf von Aktien im Wert von 100 Euro Kosten von 15 Euro entstehen. Also das Zehnfache dessen, was in unserem Beispiel mit dem Aktiensparplan anfällt.
Interessant wird es nun, wenn wir uns anschauen was passiert, wenn wir die Investitionssumme auf 1.000 Euro erhöhen.
Beim Aktiensparplan würde man wieder 1,5% der Investitionssumme zahlen. In diesem Fall 15 Euro.
Auch beim Einzelkauf würden wieder 15 Euro Orderkosten anfallen, da die Kosten größtenteils fix bleiben.
Verzehnfachen wir die Invesititionssumme nochmals und investieren 10.000 Euro, zahlt man für den Aktiensparplan Gebühren in Höhe von 150 Euro, währen die Gebühren für den Einzelkauf weiterhin 15 Euro betragen.

Auch wenn dieses beispiel natürlich stark vereinfacht ist, und auch die Orderkosten bei Einzelkäufen in Realität variable Faktoren enthalten, wird doch eines sehr deutlich:

Aktiensparpläne lohnen sich wirklich nur dann, wenn man nur mit kleinen Beträgen investieren kann. Sobald man größere Orders setzen kann, machen Aktiensparpläne durch die Gebühren keinen Sinn mehr.

Diversifikation in Zeit und Raum

Der zweite große Vorteil von Aktiensparplänen ist, dass sie die Möglichkeit schaffen schon mit geringen Beträgen ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen.
Anstatt also mit 1.000 Euro eine einzige Aktien zu kaufen und damit alles Geld auf eine Karte zu setzten, könnte man auch Bruchteile von bis zu 40 verschiedenen Unternehmen über Aktiensparpläne erwerben. Das ist natürlich nur ein hypothetisches Beispiel, das wenig Nutzen hätte, macht aber deutlich, wie groß die Möglichkeiten sind, die sich mit Aktiensparplänen eröffnen.

Neben der Diversifikation über den Kauf verschiedener Aktien, bieten Aktiensparpläne aber auch noch die Möglichkeit einer Diversifikation über die Zeit. Was meine ich damit?

Kauft man einmalig eine Aktienposition, ist nicht klar, ob der Kaufkurs ein guter Einstieg war oder nicht. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn nach dem Kauf die Kurse erstmal fallen.

Bei Verwendung eines Aktiensparplans tritt dagegen der sogenannte Cost-Average-Effekt ein. Die wiederholten Investitionen der gleichen Summe führen dazu, dass man im Falle sinkender Kurse für den gleichen Betrag mehr Anteile kauft und im Falle steigender Kurse das Gegenteil eintritt.

Man diversifiziert also das Risiko eines schlechten Einstiegskurs, indem zu vielen unterschiedlichen Zeitpunkten gekauft wird, während man trotzdem an der Performance der Aktie teil hat.

Welche Option wähle ich?

Ich persönlich warte gerne auf Gelegenheiten in denen ich der Meinung bin, dass sich ein günstiger Einstiegskurs für eine Aktie bietet. In solchen Fällen macht es natürlich nur Sinn, Einzelkäufe zu tätigen.

Falls ich aber der Meinung bin, dass sich mittelfristig eher keine besonders guten Einstiegskurse für eine bestimmte Aktie bieten werden, ich diese aber trotzdem gern im Depot hätte sind Aktiensparpläne das Mittel der Wahl für mich.


Dies ist keine Anlageberatung. Ich agiere als Privatanleger. Bei der Investition besteht immer das Risiko eines Totalverlustes.

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