Was ist die Yield Curve welche Bedeutung hat sie?

Was ist die Yield Curve welche Bedeutung hat sie?

Die Yield Curve, auf Deutsch Zinskurve oder Zinsstrukturkurve, ist in den letzten Wochen immer öfter Thema in den Medien. Die Panik steigt aber die wenigsten scheinen zu wissen, was die Yield Curve eigentlich beschreibt.

Aber was bedeutet die Yield Curve eigentlich genau und folgt auf eine inverse Yield Curve/Zinskurve wirklich immer eine Rezession? Auf welchen Annahmen basiert der Marktindikator eigentlich? Wir geben in diesem Artikel einige Antworten.


Was wird von der Yield Curve beschrieben?

Die Yield Curve ist eine Kurve, die die Zins-Höhe in Abhängigkeit von der Bindungsdauer beschreibt.
Anders ausgedrückt: Die Kurve zeigt an, bei welchen Verträgen höhere Zinssätze gezahlt werden, wenn es sich um einen Vertrag mit langer Laufzeit handelt oder wenn es sich um einen sehr kurzfristigen Vertrag handelt.

Normale Yield Curve/Zinkurve: Zinsen für kurze Bindungsdauern sind niedriger als für lange Bindungsdauern

Im normalen wirtschaftlichen Verhältnisse sind die Zinsen für lange Bindungsdauern immer höher, als Zinsen für eher kurze Bindungsdauern. Es entsteht eine aufwärts strebende Kurve.

Die Yield Curve/Zinskurve als Indikator für eine kommende Rezession?

Die Yield Curve zeigt also an, welche Zinsen von Investoren am Markt für einen Kredit/Anleihen/etc verlangt werden. Je nach Zukunftsvertrauen der Investoren verändert sich also das Verhältnis der Zinshöhe von kurzzeitigen Verträgen und der Zinshöhe langen Bindungsdauern.

Wenn man davon ausgeht, dass die Erwartungen der Investoren sich entsprechend ihrer akkumulierten Markteinsichten -sprich: mit allem Wissen, dass ihnen über die Marktlage zur Verfügung steht- verhalten, kann man davon ausgehen, dass die Zinskurve eine Aussagekraft über die zukünftige Marktentwicklung besitzt.


Inverse Yield Curve = Rezession?

Eine inverse Zinskurve: für langfristige Darlehen werden weniger Zinsen gezahlt als für kurzfristige.

Bleiben wir in dieser Logik zeigt eine inverse, also umgedrehte, Zinskurve vorallem, dass die Mehrheit der Investoren am Markt entsprechend ihres Wissens nicht davon ausgehen, dass sich der Markt gut entwickelt. Das kann so weit gehen, dass sich die Zinskurve umdreht und für kurzfristige Bindungsdauern höhere Zinsen verlangt werden, als für langfristige Bindungsdauern.

Ausgehend davon gilt eine inverse Yield Curve vielen als sicheres Zeichen für eine kommende Rezession. So kehrte sich die Zinskurve beispielsweise das letzte Mal direkt vor der großen Rezession 2007 um.

ABER: Wenn wir noch einmal die Grundannahmen betrachten erkennen wir auch schnell die Schwächen dieses Indikators. Unsere Grundannahme wird gemeinhin als „vollständige Informationseffizienz des Marktes“ bezeichnet. Soll heißen: Alle verfügbaren Informationen werden vom Markt, also auch von Indikatoren wie der Yield Curve, zu jedem Zeitpunkt abgebildet.
Anders ausgedrückt: Wer weiß, wo er hin sehen muss, kann klare Aussagen über Ist-Zustand und Trend des Marktes treffen.
Es stellt sich allerdings die Frage wie realistisch diese Annahme ist. Es gibt auch noch andere Theorien, die das Verhalten von Marktteilnehmern beschreiben, und die eine inverse Yield Curve anders deuten.


Kommt denn nun eine Rezession oder nicht?

Bei der Beantwortung dieser Frage kommt es leider wie so oft darauf an, wen man fragt. Anhänger der reinen Erwartungshypothese, also jener Theorie, die davon ausgeht, dass der über eine vollständige Informationseffizienz verfügt, würden eine inverse Zinskurve wahrscheinlich als ein sicheres Zeichen für eine Rezession deuten. Vor allem mit Verweis auf die Analgie zur großen Rezession 2007.
Aber wie in diesem Beitrag hoffentlich klar geworden ist, fußt diese Schlussfolgerung auf Grundannahmen, die durchaus in der Kritik stehen.

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zinskurve_normal.svg

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen