Was sind Investmentfonds? | einfach erklärt

Was sind Investmentfonds? | einfach erklärt

Wenn du mit dem Wunsch Geld anzulegen zu deinem Bankberater gehst, wird dieser dir mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Investmentfond raten. Im Beratungsgespräch fallen dann häufig Worte wie „geringes Risiko“, „hohe Diversifikation“, „hohe Verfügbarkeit“ etc. Was ein Investmentfond aber überhaupt ist, wird leider nicht immer gut erklärt.

In diesem Beitrag erfährst du, was es mit dem Begriff des Fonds auf sich hat, wann es sich lohnt in einen Investmentfond zu investieren und wann man die Zügel besser selbst in die Hand nimmt.


Was sind Fonds?

In Fonds wird das Geld vieler Anleger gesammelt. Mit den gebündelten Mitteln vieler einzelner Anleger wird dann ein bestimmter Zweck verfolgt. Im Fall der von uns betrachteten Investmentfonds sind das Aktien von Unternehmen.
Die einzelnen Anleger erhalten entsprechend der Menge des beigesteuerten Geldes eine bestimmte Anzahl an Anteilsscheinen des Fonds.

Wie funktioniert ein offener Investmentfonds?

Funktionsweise eines offenen Investmentfonds in Deutschland. Quelle: Wikipedia

In der Grafik wird die Funktionsweise eines offenen Investmentfonds (geschlossene Investmentfonds sind für uns an dieser Stelle nicht weiter von Bedeutung) deutlich.

  1. Anleger zahlen Geld in den Fonds ein und erhalten
  2. dafür eine bestimmte Menge Anteilsscheine.
  3. Das gebündelte Geld der Anleger wird entsprechend der Zielsetzung des Fonds in Anleihen (bspw. Staatsanleihen), Aktien oder Immobilien investiert.
  4. Die Erträge aus den Investitionen fließen entsprechend der Verteilung der Anteilsscheine wieder an die einzelnen Anleger zurück.

Vorteile von Investmentfonds

1. Senkung der Transaktionskosten

Vergleichbar mit einer Sammelbestellung bietet auch ein Investmentfonds den Vorteil, dass die Nebenkosten beim Kauf von Anlageklassen gesenkt werden. Was bei einer Sammelbestellung die Verteilung der Versandkosten ist, ist bei einem Aktien-Investmentfonds die Verteilung der Transaktionskosten beim Aktienkauf und Verkauf.

Vorallem wenn man nicht besonders viel Kapital zum investieren zur Verfügung hat, nehmen Transaktionskosten an der Börse einen großen Anteil ein. Es kann sich also lohnen Wege zu finden, die Transaktionskosten möglichst niedrig zu halten. Investmentfonds stellen allerdings nicht die einzige Möglichkeit dar um dieses Ziel zu erreichen.

2. Diversifizierung des Risikos

Schon die Urgroßeltern wussten, dass es nicht klug ist alle Eier in eine Korb zu legen. Bei Aktien verhält es sich ganz ähnlich. Das Risiko eines großen Verlustes steigt, wenn man alles auf eine Karte (oder in diesem Fall Aktie) setzt.
Investmentfonds streuen deshalb das Kapital, das ihnen zur Verfügung steht möglichst breit. Damit sinkt das Risiko eines besonders gravierenden Verlusts.

3. geringer Zeitaufwand

Die wichtigste Eigenschaft von Investmentfonds stellt für die meisten Anleger der geringe Zeitaufwand dar. Es ist nicht nötig über das tagesaktuelle Geschehen an den Börsen dieser Welt informiert zu bleiben. Das erledigen Börsen-Manager für die Anleger.


Nachteile von Investmentfonds

1. Verwaltungskosten

Der größte Nachteil von aktiv gemanagten Investmentfonds besteht darin, dass Verwaltungsgebühren anfallen. Fondsmanager und co wollen schließlich auch bezahlt werden.

2. kein Mitspracherecht bei Gewichtung der Asset-Klassen

Einzelne haben nur indirekt über die Wahl eines Investmentfonds mit einem bestimmten Anlageprofil die Möglichkeit festzulegen in welche Werte ihre Geld letztendlich investiert werden soll. Die Entscheidung über die letztendliche Auswahl und Gewichtung der einzelnen Werte innerhalb eines Investmentfonds liegt allerdings letztendlich beim Fondsmanager.

3. Nur wenigen Fonds-Managern gelingt es den Markt zu schlagen

Auch wenn immer wieder da Gegenteil behauptet wird, gelingt es nicht allen Fondsmanagern eine bessere Performance als der Gesamtmarkt hinzulegen.


Alternativen zum aktiv gemanagten Investmentfonds

ETFs (exchange-traded funds)

ETFs sind passive Investmentfonds. Das bedeutet im wesentlichen, dass in diesem Konstrukt kein Fondsmanger mit seinem Team arbeitet. ETFs bilden dagegen meistens einen bestimmten Index ab.
Es gibt beispielsweise ETFs die den DAX (Deutscher Aktien Index) abbilden. So könnte ein DAX ETF also beispielsweise auf gleich großen Positionen der 30 DAX Unternehmen bestehen.
Der Vorteil bei diesem Modell ist, dass in der Regel keine Verwaltungsgebühren wie bei aktiv gemanagten Investmentfonds anfallen.

Aktiensparpläne

Aktiensparpläne sind eine Möglichkeit sich schon mit geringem Startkapital ein möglichst breites Aktienportfolio aufzubauen. Bei den richtigen Brokern kannst du schon ab 25€ monatlich eine bestimmte Aktie besparen. Die Transaktionsgebühren richten sich dabei nach der Höhe deines Investments. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest welches Depot ich persönlich für Aktiensparpläne nutze, dann ließ die mal den Artikel Comdirect vs. Consorsbank durch.


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